9 einfache Tipps, wie du in Nürnberg nachhaltiger leben kannst

Dieses Wochenende findet im Ofenwerk die Vegginale in Nürnberg statt. Neben einer vegetarischen und veganen Ernährung widmen sich große Teile der Veranstaltung auch einen nachhaltigen, grünen Lebensstil. Alternative Energien, Recycling und das Vermeiden von Müll sind nur einige Themen. Ein nachhaltiger Lifestyle ist aktuell voll im Trend und das Gebot der Stunde. Auch wenn es bei Firmen häufig nur ein Marketingwerkzeug mit kaum festem Boden ist, wächst der Wunsch in uns nach einer besseren Welt. Eine Welt in der auch unsere Kinder noch leben können, in der die Fische im Ozean nicht an den Plastikmengen zugrunde gehen und in der wir einen Apfel ohne Bedenken essen können. Wenn man Berichte über die Müllinseln und die verendeten Tiere liest, möchte man am liebsten sofort alles ändern. Das funktioniert nur leider in der Realität und im Alltag recht selten und unsere Bemühungen verlaufen sich irgendwann im Sand.

Kleine Veränderungen HEUTE sind besser als ein großes MORGEN

Das Problem an der Sache mit dem nachhaltigeren Lebensstil ist in den meisten Fällen nicht der fehlende Wille, sondern die große Frage, wo man überhaupt anfangen soll. Dazu gesellt sich natürlich noch die eigene Bequemlichkeit und schon sind die guten Vorsätze Geschichte. Das schlechte Gewissen jedoch bleibt und bahnt sich von Zeit zu Zeit seinen Weg. Auch wenn du damit die Welt wahrscheinlich nicht retten kannst, kannst du auch schon im Kleinen deinen Beitrag leisten. Und wenn deinem Beispiel Andere folgen, kann daraus etwas Großes entstehen. Wir haben uns Gedanken gemacht, wie und wo du in Nürnberg der Umwelt ein Stück entgegen kommen kannst, ohne dabei dein komplettes Leben umzukrempeln:

 

1. Urban Gardening: Gemüse und Kräuter selber anpflanzen

Die Vegginale in Nürnberg dreht sich um mehr Nahhaltigkeit.
Ja klar, nicht jeder von euch hat einen eigenen Balkon, geschweige denn einen großen Garten mit Gemüsebeeten. Dann kommen noch der nicht vorhandene grüne Daume dazu und die neuste Netflix-Serie, die gerade viel spannender ist. Gut dass mit den Stadtgärten in Gostenhof in Nürnberg ein tolles Angebot in Sachen Urban Gardening gibt. Hier könnt ihr einfach vorbei schauen, denn alle packen gemeinschaftlich mit an. Obendrauf kannst du von den erfahrenen Gärtner und Gärtnerinnen noch so einiges lernen. Denn in den Stadtgärten werden nicht nur so ziemlich alle heimischen Obst- und Gemüsesorten angepflanzt, sondern auch neue Sorten kreiert, alte Sorten wiederbelebt und Samen gezüchtet. Das Geerntete könnt ihr natürlich gegen eine kleine Spende mit nach Hause nehmen. So habt ihr nicht nur besonders hochwertige, unbelastete Bio-Lebensmittel mit viel Geschmack, sondern schont auch noch euren Geldbeutel.

 

2. Reparieren statt Wegwerfen

Nachhaltig ist, wer seine Sachen repariert anstatt sie wegzuschmeißen.
Dein Fahrrad hat einen Platten, der Toaster toastet nicht mehr oder die Naht deines fast neuen T-Shirts ist aufgegangen? Unpraktisch, aber kein Grund das Teil gleich in die Mülltonne zu kloppen. Viel nachhaltiger ist es, ein kaputtes Fahrrad, Elektrogerät oder Kleidung ganz einfach zu reparieren. Einen Reifen wechseln bekommen viele mit Youtube vielleicht noch hin, aber wie man einen Mixer repariert oder eine Nähmaschine bedient die man sich zuerst einmal anschaffen müsste, ist schon etwas schwieriger. Die Lösung: Repair Cafés! Hier stehen euch ehrenamtliche Mitarbeiter mit Rat und Tat zur Seite und auch die nötigen Werkzeuge sind vorhanden. Das ganze gibt es zum Beispiel im FabLab in der Muggenhofer Straße oder in der Kofferfabrik an der Stadtgrenze. Oder lerne doch gleich töpfern, schmieden oder nähen: weitere Vorschläge findest du hier.

 

3. Lebensmittel retten

Lebensittel retten könnt ihr auch in Nürnberg.
Jeder Deutsche wirft pro Jahr 80 Kilogramm Lebensmittel einfach in den Müll. Das ist definitiv gar nicht gut und viel zu viel. Dabei gibt es wirklich viele Möglichkeiten Lebensmittel vor der Tolle zu retten und damit meine ich jetzt nicht, dass ihr die lokalen Müllcontainer durchwühlen sollt. In Nürnberg gibt es dank der Foodsharing-Community in Nürnberg zwei und in Erlangen einen Standort – die sogenannten „Fair-Teiler“ – wo ihr eure Lebensmittel hinbringen und euch bedienen könnt.
Eine weitere Möglichkeit, Obst und Gemüse zu retten ist die Internetsete Etepetete etepetete-bio.de . Hier werdet ihr regelmäßig mit Obst und Gemüse versorgt, das nicht der Norm der Supermärkte entspricht und daher auch nicht in den „normalen“ Handel kommen darf.

 

4. Leitungswasser oder Wasser aus Glasflaschen trinken

Leitungswasser trinken ist nachhaltiger als Wasser aus Plastikflaschen.
Dieser Punkt ist natürlich keine super krasse neue Erkenntnis, aber am einfachsten umzusetzen. Wir haben in Nürnberg, bzw. in ganz Deutschland den Luxus, dass quellfrisches, reines und hochwertiges Leitungswasser aus unseren Wasserhähnen sprudelt. Die Qualität ist sogar so hoch, dass es für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet ist und bessere Werte wie viele Wassersorten in Plastikflaschen hat. Am besten besorgt ihr euch eine schöne Karaffe oder Trinkflasche und die könnt ihr immer wieder auffüllen und sogar mit frischer Minze oder Limettenscheiben ein wenig Geschmack hineinzaubern. Wer partout kein Leitungswasser trinken möchte, sollte zumindest auf Glasflaschen und einer Brauerei aus der Region wie Franken Brunnen umsteigen. So vermeidet ihr Plastik und habt zumindest schon einen kleinen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit geleistet. Und im Falle von Leitungswasser entfällt sogar das nervige Kästen schleppen.

 

5. Vertauschen, teilen und verschenken

Ein Bücherschrank ist eine Möglichkeit, Dinge zu tauschen.
Wieso besitzt eigentlich jeder Haushalt eine Schlagbohrmaschine, nur um sie maximal alle 5 Jahre zu benutzen? Oder einen Cocktailshaker? Wir sollten lernen, Dinge miteinander zu teilen und Dinge die wir nicht mehr brauchen zu verschenken oder zu tauschen. Am einfachsten kann man dieses Credo natürlich bei seinen Freunden, Arbeitskollegen und der Familie umsetzen. Eine weitere Möglichkeit sind offene Bücherschränke, die es in Nürnberg bei der St. Egidien Kirche, bei der Veit-Stoß-Anlage in Gostenhof, in Langwasser und an einigen weiteren Orten gibt. Dort könnt ihr euer gelesenes Buch einfach hineinstellen und euch selbst mit neuem Lesestoff versorgen.
Auf Facebook könnt ihr in Free-Your-Stuff oder Nürnberg verschenkt Gruppen nicht mehr gebrauchte Dinge verschenken. Auf der Webseite Tauschticket könnt ihr ebenfalls von Büchern, DVDs und CDs über Klamotten bis hin zu Spielen alles einstellen und tauschen. Das raffinierte ist, dass ihr keinen Tauschpartner suchen müsst, sondern eine selbst festgelegte Anzahl an Tickets erhältst, für die du dir frei einen Gegenstand aussuchen kannst.

 

6. Deine eigene Kaffeetasse und Jutebeutel mitbringen

Bring dir doch einfach deinen einfachen Kaffeebecher mit anstatt einen Einweg-Becher.
In den Supermärkten kann man aktuell die freudige Entdeckung machen, dass immer weniger Leute eine Plastiktüte aufs Band legen. Die meisten bringen ihre eigenen Einkaufstaschen und –Körbe mit. Das ist eine tolle Entwicklung, aber scheint bei H&M, Zara & Co. auch schon wieder zu scheitern. Ihr könnt der Umwelt wirklich ohne viel Stress etwas Gutes tun, wenn ihr immer einen Jutebeutel dabei habt. Der passt in jede Handtasche und auch Tüten aus Papier auf die derzeit so viele Modeketten setzen, sind nicht viel besser. Auch sie benötigen wertvolle Rohstoffe und die Produktion kostet Energie.
Eine weiter Umweltsünde die nicht sein muss sind Einweg-Kaffeebecher. Auch hier denken viele, die sind ja aus Pappe, aber das stimmt so nicht. Nahezu alle Becher sind innen mit Kunststoff beschichtet und der Deckel ist fast immer aus Plastik. Drückt dem netten Barista um die Ecke doch einfach eure Lieblingstasse von zu Hause oder einen stylischen Bambusbecher  in die Hand.

 

7. Weniger Fleisch essen und auf artgerechte Tierhaltung achten

Öfter mal auf Fleisch verzichten hilft auch einem nachhaltigeren Lebensstil.
Ihr müsst ja nicht gleich Vegetarier werden oder euch komplett vegan ernähren, aber benötigen wir wirklich mehrmals täglich Fleisch, Wurst und Co.? Wäre es nicht besser, mehr auf Qualität zu achten und weniger auf Quantität? Es gibt so viele leckere vegetarische Alternativen zu „Fleisch mit Beilage“ oder einem Wurstbrot. Mit Gemüse und frischen Kräutern kann man hervorragende Dinge zaubern und der Figur und Gesundheit schadet es ebenfalls nicht. Dafür könnt ihr euch am Wochenende dann ein leckeres Filetsteak oder ein Hähnchen aus artgerechter Tierhaltung gönnen. Die Tiere und Umwelt werden es euch danken und besser schmecken tut es allemal.

 

8. Öfter mal das Auto stehen lassen

Mit dem Fahrrad fahren ist umweltfreundlicher als Auto fahren.
Nürnberg ist ein Dorf und wenn man mal ehrlich ist, kann man eigentlich überall mit dem Fahrrad hinfahren – sogar nach Fürth. Zumindest jetzt im Frühling, wenn es nicht mehr so kalt und auch noch nicht so heiß ist, sollten ihr euch öfter mal das Fahrrad schnappen und das Auto in der Garage lassen. Am schlechtesten für die Umwelt und auch für den Geldbeutel sind kurze Fahrten wie zum Bäcker. Für den Anfang könnt ihr euch ja zumindest vornehmen, alle Wege die kürzer wie 2 Kilometer sind, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück zu legen. Nicht nur die Umwelt sondern auch eure Figur wird es euch danken.
Übrigens haben auch Straßenbahnen, Züge und Mitfahrgelegenheiten deutlich bessere Energiebilanzen wie eine Fahrt alleine mit dem Auto.

 

9. Faire Mode oder Second Hand einkaufen

Fair Trade Mode in Nürnberg bei Glore.
Ab und zu möchte man sich ja auch mal etwas gönnen. Einen neuen Mantel oder ein neues Sommerkleid zum Beispiel. Gott sei Dank ist das Klischee, dass ökologisch wertvolle und fair gehandelte Mode nur in Form von unförmigen Kartoffelsäcken verfügbar ist, längst überholt. Online gibt es bereits zahlreiche Shops mit echter Fair Trade Mode wie Jyoti, Zündstoff oder Greenalty. Und sogar in Nürnberg gibt es bereits erste Läden, in denen ihr faire Mode jenseits von faden T-Shirts und beigen Leinenkleidern bekommt. Dazu zählt zum Beispiel der Concept Shop Glore in der Nürnberger Altstadt oder das Modelabel Hecna.

*Der Text enthält einen Affiliate-Link

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